Gold als Krisenwährung

Trotz Finanzkrise verfügt die Bundesbank noch über Goldreserven. Der Goldpreis befindet sich seit 18 Jahren auf seinem Höchststand, somit liegt der Goldwert in Händen der Bundesbank bei 43 Milliarden Euro. Diese 12,5-Kilo-Barren sind Zentralbanken und Verarbeitern vorbehalten. Zum größten Teil werden diese im Ausland aufbewahrt, z. B. in der US-Notenbank FED in New York. Natürlich fragt man sich, wie ein derart verschuldeter Staat, wie Deutschland über solche Reserven verfügen kann.

Goldbarren © Maik Blume - Fotolia.com

Diese stammen aus der Zeit des Wirtschaftswunders und aus Exportüberschüssen. Der bekannte Vorrat ist in den letzten 30 Jahren kaum geschmolzen.
Die Bundesbank verwahrt nicht nur die Währungsreserven der Bundesrepublik, sie entscheidet auch, wann und ob diese verkauft werden. Bei Verkauf gehen die Gewinne direkt an den Bund. Die alleinige Entscheidungsgewalt hat die Bundesbank jedoch nicht, sie muss ab einer bestimmten Summe eine Genehmigung der Europäischen Zentralbank einholen.
Mitten in der aktuellen Krisenzeit würden Union und SPD nun gerne die milliardenschwere Goldreserve verkaufen, um damit einen Zukunftsfonds zu finanzieren.
Laut Steffen Kampeter, Haushaltsexperte der Unions-Fraktion, wurden die Goldreserven für Krisenzeiten angelegt. „Die Bundesbank muss in ihrer eigenen Autonomie überlegen, ob sie Gold- und Devisenreserven jetzt an dieser Stelle zur Refinanzierung oder in anderen Bereichen einsetzt“, so Kampeter.
Die Grünen warnen allerdings vor unüberlegten Veräußerungen der Goldreserven, um die Stabilität des Euro nicht zu gefährden. Außerdem könnte sich ein derart großer Verkauf auf die Goldpreisentwicklung auswirken. Daher sollte ein Verkauf der Goldreserven, laut Christine Scheel,  Vize-Vorsitzende der Grünen Fraktion im Bundestag, genau überlegt und mit anderen EU-Ländern besprochen werden.
Steffen Kampeter äußert dazu lediglich, dass die Bundesbank per Abkommen mit 14 Zentralbanken, jederzeit die Möglichkeit hat 600 Tonnen Gold zu veräußern. Seiner Meinung nach ist nicht nur die Regierung in der jetzigen Situation gefordert, sondern auch die Bundesbank, um die Staatsverschuldung zu begrenzen und die Konjunktur- und Wirtschaftskrise etwas einzudämmen.
Der Goldpreis steigt aufgrund der Finanzkrise täglich an. Die Finanzkrise läßt nicht nur die Regierung überlegen, wie man mit Gold am besten weiter bestehen kann. Auch Privatleute und sogar Banken stürmen die Goldhändler. Die meisten davon können kaum noch etwas anbieten, auch Bestellungen sind nur noch selten möglich – die Ware wird knapp und der Preis steigt in Schwindel erregende Höhen.
Am Beispiel von deutschen Handelshäuser für Edelmetalle kann man sehen, wie groß die Angst der Bürger vor der Finanzkrise ist. In einem dieser Handelshäuser Pro Aurum ist bereits der Webserver zusammengebrochen, so groß war die Nachfrage. Der Geschäftsführer Robert Hartmann hat erstmal die Konsequenzen gezogen und das Geschäft dicht gemacht.
Die Deutschen setzten auf Gold in jeglicher Form – Münzen oder Barren, Gewichtsklasse völlig egal, jeder ist froh, überhaupt noch etwas abzukriegen von der heiß begehrten Ware.
Gold gilt als Krisenwährung schlechthin, während Aktien und Anleihen unter der Geldentwertung der Finanzkrise leiden, ist das Edelmetall stabil. Die staatliche Währung, das Papiergeld ist beliebig vermehrbar, Gold ist nur in einem begrenzten Rahmen verfügbar. Bis heute wurden 160 000 Tonnen Gold gefördert, 92 000 liegen noch unter der Erde, aber nur etwa 50% davon ist überhaupt förderbar. Der besondere Vorteil des Goldes liegt aber darin, dass es weltweit anerkannt ist.
Nun ist das Gold rar, ein Berater der Deutschen Bank sagt sogar „Gold ist komplett ausverkauft, wir sind nicht in der Lage derzeit welches zu liefern“. Frühestens können Vorbestellungen im November 2009 ausgeführt werden. Doch es ist noch unklar, wie sich die momentane Situation bis dahin ändern wird.
Grundsätzlich ist laut Hartmann genug Gold da, um den Bedarf zu decken. Es liegt nur in Granulatform in den Scheideanstalten. Hersteller von Barren und Münzen habe ihre Kapazitäten stets verkleinert, da Aktien lukrativer waren, als Gold. Nun könnten sie gute Geschäfte machen, müssen aber ihre Kunden auf bis zu vier Wochen Lieferzeit vertrösten.
Derweil steigt der Goldpreis an den Börsen täglich und es ist kein Ende in Sicht.

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